Ein neuer Blick auf die Folgen von Lichtverschmutzung

Dass der Einfall von nächtlichem Kunstlicht Meerestiere beeinflusst, ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Auch das Ausbildungsprogramm „Globaler Ansatz durch Modulare Experimente“ (GAME) des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel trug zum Erkenntnisgewinn bei. Doch können auch Meerespflanzen wie Großalgen betroffen sein? Beeinflussen ihre Reaktionen wiederum andere Lebewesen, die von ihnen abhängen? Wie weit können sich die Effekte im Nahrungsnetz fortpflanzen? Sind bestimmte Folgen auch für uns Menschen spürbar? Teilnehmende des diesjährigen GAME-Projekts zählen zu den ersten Forschenden, die sich diesen Fragestellungen widmen. Dafür sind 16 junge Leute von April bis Oktober 2024 in Zweierteams in Cabo Verde, Finnland, Japan, Kroatien, Malaysia, Portugal, Spanien und Wales im Einsatz.

Entsprechend des speziellen Ansatzes von GAME führen die Studierenden an ihren Einsatzorten einheitliche Experimente durch, um vergleichbare Daten zu gewinnen. In diesem Jahr setzen sie verschiedene Algenarten im Labor für mehrere Wochen teils dem natürlichen Wechsel von Tag und Nacht und teils nächtlichem Kunstlicht aus. Dabei werden einige der Algen in ihren Becken ungestört gehältert, in anderen befinden sich zusätzlich Weidegänger wie Schnecken oder Seeigel. Anschließend soll in einem Fraßversuch getestet werden, ob die vorher beweideten Algen eine chemische Verteidigung gegen Fraß aufgebaut haben und ob diese Fähigkeit eventuell durch das nächtliche Kunstlicht beeinträchtigt wurde.

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Die drei vorangegangenen GAME-Projekte untersuchten verschiedene Auswirkungen von nächtlichem Kunstlicht auf das Verhalten von Lebewesen am Meeresboden. Die Serie begann 2021 mit der Frage, ob der Lichteinfall die Aktivitätsmuster und Fraßraten mariner Weidegänger wie Schnecken und Seeigel beeinflusst. 2022 erforschten Studierende, ob sich die Filtrationsleistung und die Aktivität von Muscheln unter dem Einfluss von nächtlichem Kunstlicht ändern. Der GAME-Jahrgang 2023 nahm das Siedlungsverhalten von Larven mariner Wirbelloser wie Nesseltiere, Muscheln, Manteltiere und Seepocken in den Blick.

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(PM GEOMAR, gek.)


Weitere Informationen unter geomar.de

 


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