Land M-V und Ocean Technology Campus starten Kompetenzcluster MERA
Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung geben die Landesregierung und der Ocean Technology Campus Rostock (OTC) den Startschuss für den Aufbau des Kompetenzclusters „MERA – Maritime Explosives Recovery Alliance“. Ziel ist es, Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden enger zusammenzubringen und neue Technologien für die sichere und umweltverträgliche Munitionsbergung schneller in die praktische Anwendung zu bringen. [...]
Vom Suchen bis zur Entsorgung: gesamte Prozesskette im Blick
MERA soll Kompetenzen entlang der gesamten Prozesskette der Munitionsbergung miteinander verbinden. Dazu gehören unter anderem Unterwassertechnologien, Sensorik, Robotik und Automatisierung sowie Datenverarbeitung und Künstliche Intelligenz. Im Fokus stehen Verfahren zur Detektion und Identifizierung von Munitionskörpern ebenso wie Technologien für Bergung, Bearbeitung, Transport, Sortierung und schließlich Entsorgung beziehungsweise Vernichtung.
Eine zentrale Rolle soll dabei das bereits vorhandene Digital Ocean Lab (DOL) in der Ostsee spielen. Die bestehende Unterwasserinfrastruktur ermöglicht es, neue Technologien und Verfahren unter realitätsnahen Bedingungen zu entwickeln, zu erproben und weiterzuentwickeln. Auch die Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften soll Bestandteil der Zusammenarbeit sein. [...]
Mecklenburg-Vorpommern treibt das Thema seit Jahren voran
Der Aufbau von MERA ist ein weiterer Schritt in den Aktivitäten Mecklenburg-Vorpommerns zur Beseitigung von Munitionsaltlasten im Meer. Bereits 2019 brachte das Land das Thema „Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee“ auf die Tagesordnung der Umweltministerkonferenz. Mit der Ostseestrategie Mecklenburg-Vorpommerns von 2024 wurden wissenschaftliche, wirtschaftliche und behördliche Kompetenzen gezielt zusammengeführt.
Im Sommer 2025 startete in der Wismarbucht zudem ein Pilotprojekt zur Bergung von Altmunition. Das Vorhaben war Teil des 2022 aufgelegten 100-Millionen-Euro-Sofortprogramms des Bundes zur Entwicklung einer industriell einsetzbaren Berge- und Vernichtungseinheit.
Im August und September 2025 wurde in Mecklenburg-Vorpommern erstmals zu Gunsten des Umweltschutzes Altmunition aus einem Munitionsversenkungsgebiet geborgen. Ein Teil der Munition konnte an Land gebracht und fachgerecht vernichtet werden. Die Arbeiten wurden durch ein umweltwissenschaftliches und biologisches Monitoring begleitet.
MERA soll Bundeskompetenzzentrum ergänzen
MERA soll eng mit dem Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus dem Meer (BK Meer) zusammenarbeiten. Dabei sollen sich beide Strukturen ergänzen: Während das Bundeskompetenzzentrum konkrete Bergungsprojekte voranbringen soll, soll MERA insbesondere Kompetenzen aus Forschung, Technologie, Wirtschaft und Behörden bündeln und den Transfer neuer Verfahren in die praktische Anwendung unterstützen. [...]
Netzwerk soll über Mecklenburg-Vorpommern hinauswachsen
MERA soll von Beginn an über die Landesgrenzen hinaus ausgerichtet werden. Ziel ist es, Partner aus Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Behörden zusammenzubringen, gemeinsame Forschungs-, Entwicklungs- und Pilotvorhaben anzustoßen und nationale wie internationale Kooperationen aufzubauen. Die Absichtserklärung sieht zudem gemeinsame Fachveranstaltungen, Workshops sowie Ausbildungs-, Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote vor.
Mit dem Subsea Monitoring Network e. V. als Trägerverein des Ocean Technology Campus besteht bereits ein Netzwerk, dem unter anderem das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, die Universität Rostock, das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, die IHK zu Rostock, die Hansestadt Rostock sowie weitere Einrichtungen und Unternehmen angehören. [...]
(PM Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt M-V, gek.)