Niedersächsischer Fischereidialog erfolgreich abgeschlossen: Flächenkonzept für fischereifreie Schutzgebiete liegt vor
Nach rund anderthalb Jahren wurde der Niedersächsische Fischereidialog erfolgreich abgeschlossen. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz hat gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die endgültige Flächenauswahl für fischereifreie Gebiete im niedersächsischen Küstenmeer fachlich festgelegt. Die vorgesehenen Gebiete umfassen zusammen mit gesetzlich bereits bestehenden Fischereiausschlussgebieten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer so insgesamt zehn Prozent des niedersächsischen Küstenmeeres und bilden die Grundlage für die Umsetzung des Schutzgebietsziels der EU-Biodiversitätsstrategie zur Einrichtung streng geschützter Gebiete.
Vorausgegangen war ein intensiver Austausch der Ministerien mit Fischerei- und Umweltverbänden sowie Vertreterinnen und Vertretern von Küstengemeinden in insgesamt drei Dialogveranstaltungen. Zudem wurden durch zwei Regionalkonferenzen, zu denen alle niedersächsischen Fischereibetriebe und Hafenkommunen eingeladen waren, die direkt Betroffenen eingebunden. Die zahlreich eingegangenen Stellungnahmen wurden von einer Arbeitsgruppe der niedersächsischen Fachbehörden ausgewertet und bei der Weiterentwicklung des Flächenkonzepts sowie der Auswahl und Abgrenzung der fischereifreien Teilgebiete berücksichtigt. [...]
Der Dialog zum Flächenkonzept ist nunmehr abgeschlossen. Es ist aber vorgesehen, den Austausch mit den beteiligten Akteuren regelmäßig fortzuführen. Die rechtliche Umsetzung der fischereifreien Gebiete soll durch eine Änderung des Gesetzes über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erfolgen. Das Niedersächsische Umweltministerium wird hierzu einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Über die konkrete Ausgestaltung entscheidet anschließend der Niedersächsische Landtag im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens. [...]
Auch nach Abschluss des Dialogs zum Flächenkonzept bleiben Zukunftsfragen für eine nachhaltige niedersächsische Küstenfischerei zu lösen. Das Umweltministerium begrüßt entsprechende regionale Initiativen und stellt zusätzlich zu den bestehenden Fördermaßnahmen des ML im Rahmen des Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) Fördermittel für die weitere nachhaltige Entwicklung und Anpassung der niedersächsischen Küstenfischerei zur Verfügung.
Zum Niedersächsischen Fischereidialog
Der Niedersächsische Fischereidialog wurde im Frühjahr 2025 gestartet. Er verfolgt das übergeordnete Ziel, die niedersächsische Küstenfischerei zukunftsfähig und nachhaltig – das heißt wirtschaftlich und ökologisch tragfähig – auszurichten sowie rechtliche Vorgaben und anerkannte Umwelt- und Naturschutzziele umzusetzen bzw. gebietsbezogen zu konkretisieren. Insbesondere sollten gemeinsam mit Fischerei- und Umweltverbänden sowie den Küstenkommunen Lösungen für die flächenkonkrete Umsetzung des sogenannten Zehn-Prozent-Ziels der EU-Biodiversitätsstrategie entwickelt werden.
In mehreren Dialogveranstaltungen und Regionalkonferenzen wurden naturschutzfachliche und fischereiliche Belange zusammengeführt und mögliche Gebietskulissen diskutiert. Ausgangspunkt der Beratungen waren fachlich ermittelte Suchräume, die deutlich größer waren als die letztlich erforderliche Fläche. Im Laufe des Dialogprozesses wurden zahlreiche Hinweise und Vorschläge von Fischereibetrieben, Hafenkommunen, Umweltverbänden und weiteren regionalen Akteuren eingebracht. Nach der Abschlussveranstaltung im Juli 2026 wurden weitere Stellungnahmen ausgewertet und in Gesprächen vor Ort gemeinsam Lösungen zur Optimierung einzelner Teilgebiete entwickelt. Diese Anregungen sind in die nun vorliegende abschließende Flächenkulisse eingeflossen.
(PM Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, gek.)