So viel Ostseeschutz wie noch nie – Die neuen Meeresschutzgebiete treten in Kraft

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Geodaten abrufbar über das Umweltportal Schleswig-Holstein

Die Verordnungen sind nach ihrer Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt Schleswig-Holstein in Kraft getreten. Die zugehörigen Abgrenzungskarten sind Bestandteil der Verkündung und können ab sofort im Umweltministerium während der Dienstzeiten eingesehen werden. Ergänzend werden digitale Geodaten bereitgestellt: Shapefiles der Gebiete sind über das Umweltportal Schleswig-Holstein verfügbar.

Die hochauflösenden Karten werden [...] unter www.ostseeschutz.sh zum Download bereitgestellt.

Mit diesen Angeboten wird sichergestellt, dass die neuen Schutzgebietsgrenzen transparent und praxisnah zugänglich sind.

Die drei neuen Meeresschutzgebiete

Auf Basis verschiedener Untersuchungen zur Ostsee wurden Gebiete ausgewählt, die aufgrund ihrer Artenvielfalt, Lebensräume, Entwicklungsmöglichkeiten und bestehenden Belastungen besonders schutzwürdig sind. Entscheidend sind v.a. das Vorkommen gefährdeter Arten und Lebensräume sowie deren Bedrohung.

Die Gebiete grenzen zum Teil an bereits bestehende Naturschutzgebiete und erfüllen somit eine Vernetzungsfunktion für die Wanderung, die geographische Verbreitung und den genetischen Austausch wildlebender Arten.


Ostseefläche südliche Hohwachter Bucht

Hier befinden sich besonders wertvolle Meeresbodenhabitate wie Riffe, Seegraswiesen und Großalgen. Durch die besondere Lage innerhalb der flachen Hohwachter Bucht ist das Gebiet mit starkem Lichteinfall und einer hohen biologischen Produktivität ganzjährig ein wichtiger Ort für See- und Küstenvögel wie beispielsweise den Seetaucher, die hier rasten, überwintern und Nahrung finden. Eine besondere Bedeutung hat das Gebiet durch die Nähe zu den Strandseen im Süden der Hohwachter Bucht, die als Überwinterungsgebiet und Brutplatz genutzt werden.


Ostseefläche Geltinger Bucht bis Schleimündung

Dieses Naturschutzgebiet umfasst Wasserflächen der Ostsee im Bereich der äußeren Flensburger Förde um die Geltinger Birk bis zur südlich davon gelegenen Schleimündung. Auch hier befinden sich besonders wertvolle Habitate wie ausgedehnte und vergleichsweise tiefliegende Riffstrukturen und Bestände von Großalgen und Seegras (Makrophyten). Außerdem finden ostseeweit gefährdete Arten von teils internationaler Bedeutung hier Nahrungs-, Rast- und Fortpflanzungsgebiete, insbesondere verschiedene Meeresenten und Schweinswale.


Ostseefläche westlich Fehmarn

Der hier geschützte Bereich repräsentiert das größte zusammenhängende Flachwassergebiet der westlichen Ostsee und beinhaltet maßgebliche Teile des größten zusammenhängenden Riffes im schleswig-holsteinischen Teil des Binnenmeeres. Es enthält ausgedehnte Muschelbänke mit einer artenreichen Wirbellosenfauna und hat eine herausragende Bedeutung als Hotspot für überwinternde Meeresenten und weist zudem bedeutende Vorkommen des Schweinswals auf.


Nutzungsregelungen in den neuen Meeresschutzgebieten

Pflanzen,Tiere und Lebensräume dürfen nicht mehr zerstört, entnommen oder gestört werden. Daher sind Fischerei, Jagd, Rohstoffabbau, Bauvorhaben oder andere Veränderungen der Gewässer und des Meeresbodens untersagt. Ziel ist es, die Gebiete als ungestörte Rückzugsräume zu schützen und menschliche Einflüsse zu minimieren.

Weiterhin erlaubt sind schwimmen, baden, tauchen und der Fischfang zu Fuß vom Ufer oder im Wasser watend mit der Handangel. Auch staatliche Aufgaben wie Gefahrenabwehr bleiben möglich. Militärische Nutzung, Katastrophenschutz, Schifffahrt, Küstenschutz, Monitoring und bestimmte Nutzungen sind weiterhin zulässig. Projekte und Eingriffe sind erlaubt, wenn sie den Naturschutzvorgaben entsprechen und den Schutzzweck nicht erheblich beeinträchtigen.

Die nächsten Schritte für mehr Ostseeschutz

Gemäß APOS 2030 wird für die drei neuen Meeresschutzgebiete eine Befahrensverordnung beim Bundesministerium für Verkehr beantragt. Bei der Entwicklung des Antragsentwurfes wirkt ein Arbeitskreis aus beteiligten Behörden und Landesverbänden (z.B. aus den Bereichen Wassersport und Naturschutz) mit. Und natürlich werden auch in den anderen beiden Naturschutzgebieten Besucherinformationstafeln aufgestellt.

Außerdem wird als nächstes der Fischereiausschluss in den drei bestehenden Natura 2000-Gebieten Sagas-Bank, Stoller Grund und Geltinger Bucht umgesetzt. Darauf aufbauend werden auch die Natura-2000-Managementpläne überarbeitet.

(PM Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur SH, gek.)

Weitere Informationen unter schleswig-holstein.de


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